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In einer kürzlich ausgestrahlten Sendung der Reihe "Sternstunde Religion" im Schweizer Fernsehen sprach Pater Frido Pflüger, Regionaldirektor des Jesuitenflüchtlingsdienstes (JRS) Ostafrika, über die Situation im Flüchtlingslager Dolo Ado sowie über die Ursachen und eine mögliche Bekämpfung der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika. Sie können die Sendung hier ansehen:
Hilfe für Ostafrika
Über ein Viertel der somalischen Bevölkerung befindet sich auf der Flucht vor Dürre und Hunger. Der Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) in Ostafrika unter der Leitung von Pater Frido Pflüger SJ hilft seit Jahren Flüchtlingen in der Region.
Schätzungen zufolge sind 11 Millionen Menschen von der gegenwärtigen Dürre im östlichen Afrika betroffen. Am 20. Juli haben die Vereinten Nationen die Situation in zwei Regionen im Süden Somalias offiziell zur Hungersnot erklärt. Es muss schnell gehandelt werden, damit sich dieser Zustand nicht auf alle acht Regionen im Süden des Landes ausweitet.
Viele Flüchtlinge aus Somalia sind länger als eine Woche unterwegs, um Hilfe auf der anderen Seite der Grenze zu suchen. Manche überleben den Weg nicht. Viele derer, die es schaffen, nehmen in den Flüchtlingslagern jenseits der somalischen Grenze die erste nahrhafte Mahlzeit seit Wochen zu sich. Die Hälfte der Kinder, die die Lager in Äthiopien und Kenia erreichen, ist schwer unterernährt; viele sterben.
Isak, ein einfacher Bauer, ist 20 Tage lang gelaufen. Sein Weg war von toten Tieren, leeren Dörfern, verhungernden Menschen und Leichen gesäumt. Er wacht am Krankenhausbett seines sechsjährigen Sohnes, der dem Tod nahe ist.
Langfristige Hilfe im Blick
Die Länder in der Region tun, was ihnen möglich ist. Mehr als 750.000 Somalis haben Zuflucht in den Nachbarländern gesucht; 423.000 allein in Kenia. Inmitten dieser humanitären Katastrophe hat der Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) Pläne bekannt gegeben, sowohl seine bisherige Hilfe für somalische Flüchtlinge in Kenia und Äthiopien auszubauen als auch neue Projekte zu beginnen.
„Die Erstversorgung mit Nahrungsmitteln, Gesundheits- und Sanitärdiensten muss von den großen Organisationen übernommen und koordiniert werden; dafür sind wir zu klein. Aber in kürzester Zeit werden die Menschen in den Lagern mehr brauchen, um ein würdiges Leben zu leben. Sie brauchen Hilfe in ihrer seelischen Not, und die vielen Kinder und Jugendlichen brauchen Schulen, damit sie überhaupt etwas zu tun haben “, sagt Frido Pflüger SJ, Regionaldirektor des JRS im östlichen Afrika. „Wir richten uns derzeit darauf ein, unsere Hilfeleistungen auszubauen, um den Überlebenden zu helfen wieder ein einigermaßen normales Leben zu leben. Das sind keine reinen Notfallmaßnahmen, sondern eine Verpflichtung auf lange Zeit, denn die Menschen werden über Jahre hinweg in den Lagern und den Großstädten bleiben.“
Hilfe in Äthiopien
JRS befindet sich bereits in Gesprächen mit UNHCR und der Regierung in Äthiopien, um Flüchtlinge in Dollo Ado durch psycho-soziale Hilfe und Sekundärbildung zu unterstützen. Die meisten Flüchtlinge hier kommen aus der Bay Region westlich von Mogadishu, manche haben bis zu 30 Tage Fußmarsch hinter sich, wenn sie eines der fünf Lager erreichen. Die einzige Organisation, die bisher Bildungsaktivitäten angeboten hat, wird sich nun der Nahrungsmittelhilfe zuwenden. „Obwohl Nahrungsmittel an erster Stelle stehen, darf die Bildung nicht vernachlässigt werden“, sagt Seyoum Asfaw, JRS Direktor in Äthiopien. Noch existieren keine festen Schulgebäude, es findet alles in Zelten statt, aber eine Partnerorganisation von JRS hat bereits einen Platz auf dem Gelände gesichert, um eine Schule zu errichten.
„Noch stehen uns keine Gelder zur Verfügung, um unsere Arbeit in Dollo Ado aufzunehmen, aber wir zählen auf die Hilfe vieler Spender, denn wir müssen ja unsere Hilfsstrukturen von Null aufbauen. Ich werde Anfang August nach Dollo Ado fahren, um mir ein klares Bild über die Lage zu verschaffen, damit wir gut und verantwortlich planen können “, sagt Pater Pflüger.
Hilfe in Nairobi
Auch JRS Teams in der kenianischen Hauptstadt Nairobi und im nordwestlich gelegenen Flüchtlingslager Kakuma bauen ihre Hilfe für somalische Flüchtlinge zur Zeit weiter aus. Es heißt, dass 43% der geschätzten 100.000 Flüchtlinge in Nairobi Somalis sind.
Von JRS erhalten besonders bedürftige Flüchtlinge Nahrungsmittel, Decken, finanzielle Hilfe für die Mietzahlungen, medizinische Versorgung und psychologische Beratung. Flüchtlingskinder können ihre Schulbildung mit Hilfe von Stipendien fortsetzen.
„Die, die in diesen Tagen nach Nairobi kommen, sind tagelang gelaufen und mussten Umwege nehmen, um al-Shabaab Milizen zu meiden. Viele Kinder sind unterwegs gestorben“, erklärt Irene Waweru, JRS Projektleiterin in Nairobi.
Hilfe in Kakuma
Im Flüchtlingslager Kakuma leben zur Zeit 80.000 Flüchtlinge, davon sind 55.000 Somalis. Ursprünglich waren die Aktivitäten des JRS in Kakuma auf sudanesische Flüchtlinge ausgerichtet, für die das Lager zunächst errichtet wurde. Aber seitdem Somalis die Mehrheit der Bevölkerung bilden, hat JRS seine Projekte angepasst. „Somalis haben eine völlig andere Kultur, Sprache und Religion. Die Alphabetisierungsrate unter ihnen ist extrem niedrig und Zugang zu Bildung ist dringend nötig, denn viele können nicht einmal ihre Bedürfnisse ausdrücken“, erklärt Hezekiah Ombiro, JRS Projektleiter in Kakuma.
Bisher erreicht JRS mit seinen Hilfeleistungen etwa 8.000 Flüchtlinge in Kakuma. Bildung ist dabei eine Priorität und seitdem JRS Universitätskurse in Zusammenarbeit mit amerikanischen Jesuitenuniversitäten anbietet, können einige Somalis sogar studieren. Außerdem schult JRS aber auch psychologische Berater, unterstützt Flüchtlinge mit Behinderungen und bietet Frauen Schutz, die Opfer von sexueller und geschlechtsbedingter Gewalt geworden sind.
Hilfe in Addis Ababa
In der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa leben mehr als 160.000 Somalis. Noch ist die Anzahl der Neuankömmlinge nicht wesentlich angestiegen, aber JRS ist so aufgebaut, dass die Organisation in diesem Fall sofort reagieren kann.
„Ich habe einen Monat gebraucht, um nach Addis zu laufen. Meine Beine waren geschwollen und ich war zu schwach, um zu reden als ich die Stadt erreichte, “ sagt Idil, eine 59-jährige Somalierin, die letzte Woche ankam. „Ich musste meine Mutter unterwegs zurücklassen, sie war zu alt, sie hat es nicht geschafft und ich musste mein eigenes Leben retten. Jetzt mach ich mir Sorgen um sie.“
Bereits seit 1996 unterstützt JRS Flüchtlinge in Addis durch Nahrungsmittel- und finanzielle Hilfe, Bildung, Freizeitaktivitäten, Sprach- und Computerunterricht, psychologische Beratung und Berufsausbildung und momentan profitieren fast 4.000 von dieser Hilfe.
Kampf gegen die Ohnmacht
„Die Anzahl somalischer Flüchtlinge in der Region ist enorm und manchmal fühlen wir uns ohnmächtig angesichts der großen Not. Aber wir müssen tun, was uns möglich ist, und wir sind überzeugt, dass wir mit der Art von Hilfe, die wir geben, das Leben der Menschen etwas lebenswerter machen können und zumindest ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft bestärken können,“ sagt Pater Pflüger.
(Angelika Mendes, JRS Ostafrika)
Wir bitten um Ihre Spende, damit der JRS Ostafrika den Flüchtlingen aus Somalia helfen kann:
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P. Frido Pflüger SJ ist gerade von seinem Besuch der vier Flüchtlingslager im äthiopischen Dolo zurückgekehrt. Über seine Eindrücke und die aktuellen Projekte des JRS berichtet er hier im Spendenaufruf für Dolo Ado:
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90402 Nürnberg
Tel. (0911) 2346-160
Fax (0911) 2346-161
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Auf der Homepage des JRS Ostafrika finden Sie englischsprachige Informationen über die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte von Pater Frido und seinem Team: -> JRS Ostafrika
Auch auf der allgemeinen Homepage des JRS finden Sie aktuelle englischsprachige Informationen: -> JRS International Office














