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IGER - Radioschulen in Guatemala

... weil Bildung Würde ist!

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum im Schnitt 30 von 100 Erwachsenen in Guatemala nie richtig Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt haben: der 36 Jahre andauernde Bürgerkrieg, die immer noch herrschende Diskriminierung der indianischen Bevölkerung, Armut auf dem Land, fehlende Schulen. Die Idee von IGER  - „Instituto Guatemalteco de Educación Radiofónica“ - ist eine einfache Antwort auf diese Notlage: Wenn Menschen der Weg in die Schule versperrt ist, muss der Lehrer ins Haus kommen - nämlich per Radio.

Geschichte und Idee

Gegründet wurde IGER im Jahr 1979 von dem deutschen Jesuiten Franz Graf von Tattenbach. Er nahm damals zwei Kulturen in Guatemala wahr: Die der weitgehend von Europa und Nordamerika bestimmten Oberschicht und die der „Marginados“, die an den Rand der Gesellschaft Gedrängten, in der Mehrheit indianischer Abstammung, ohne Schulbildung, ohne Stimme, ohne Rechte, ohne Einkommen. Für diese zweite Gruppe ist die Arbeit von IGER gedacht.

Texte, Übungsaufgaben und Sendungen der Schulen werden in der IGER-Zentrale in der Hauptstadt Guatemala City verfasst und produziert.

Bildung als Chance

IGER ist ein Ausbildungsprogramm, das mit Hilfe von Radiosendungen, gedrucktem Material und selbstorganisierten Lerngruppen Schulabschlüsse für Jugendliche und Erwachsene ermöglicht, denen es als Kinder verwehrt war, eine Schule zu besuchen. In Guatemala gibt es viele Männer und Frauen, die keine Schulbildung haben oder die Schule nicht zu Ende bringen konnten, weil sie schon früh als Arbeitskraft zum Lebensunterhalt der Familie beitragen mussten. Auch Bewohner von Dörfern, in denen es keine Schulen gibt, erhalten durch IGER die Chance einer Grundschulbildung.

Insgesamt waren 626.034 Schülerinnen und Schüler zwischen 1979 und 2008 in den Klassen von IGER eingeschrieben. Davon haben 425.583 bis Ende 2007 einen staatlich anerkannten Schulabschluss erwerben können. Im Jahr 2007 haben 797 Schüler das Abitur bestanden, 17.507 erfolgreich die Mittelschule und 8.185 die Grundschule abgeschlossen. Die Abbrecherquote ist bei IGER generell sehr gering.

Seit dem Tod von Pater Tattenbach 1992 leitet der gebürtige Spanier und Jesuit José María Andrés Vitoria die Radioschulen von IGER.

Stimmen und Eindrücke aus Guatemala

Die IGER-Schüler der einzelnen Schulstufen treffen sich mit einem sogenannten Orientierungslehrer (meist ein Alt-Schüler, der ehrenamtlich arbeitet). Es werden Inhalte der Woche besprochen, Fragen geklärt, diskutiert und Zusatzinformationen geliefert.

José Alonso Alvarez:
„Ich musste schon als kleiner Junge mit meinem Vater aufs Feld. Da blieb für die Schule keine Zeit. Jetzt kann ich neben meiner Arbeit durch IGER weiterlernen. Es ist gar nicht so schwer wie ich dachte.“

Carlos Navas:
„Ich musste mich sehr überwinden, wieder zu lernen, aber meine Lerngruppe hilft mir bei vielen Aufgaben. Ich bin sehr dankbar, dass es dieses Institut für uns gibt.“

Lilian Arely Sanchez Grijalba:
„Es gefällt mir sehr, mit Hilfe von IGER zu studieren, weil man selbst die Verantwortung für sein Studium übernehmen und sich Ziele setzen muss, um einen guten Abschluss zu erlangen.“

Joaquin López Perez:
„Ich bin IGER sehr dankbar, dass ich so viel Verschiedenes gelernt habe. Dies hat mir in meinem Alltag schon oft geholfen. Jetzt versuche ich, mit großer Motivation anderen Jugendlichen, die unsere Unterstützung brauchen, weiter zu helfen.“

Drei junge Schülerinnen aus dem Gebiet San Juan Ostuncalco.

Elena Elvi Conedes:
„Ich habe hier durch IGER eine zweite Chance bekommen. Wer mehr Wissen hat, der fühlt sich einfach sicherer. Darum werde ich nach meinem Abschluss als freiwillige Orientierungslehrerin für IGER arbeiten, um auch anderen diese Chance zu geben.“

Marta Lidia Coc:
„Ich bin Haushaltshilfe. Nächstes Jahr werde ich über IGER hoffentlich meinen Schulabschluss machen und dann vielleicht eine Ausbildung als Buchhalterin. Die Mühe lohnt sich, denn mir stehen plötzlich neue Wege offen.“

Berta Alicia Lavarreda Vielman:
„Die bedeutendste Erfahrung ist, dass ich meinen Jugendtraum verwirklicht habe. Und gleichzeitig kann ich das, was ich erfahren durfte, an andere weitergeben.“

Pater José María Andrés Vitoria SJ leitet die Radioschulen von IGER:
„Ich grüße ganz herzlich alle Freunde von IGER in Deutschland und danke Ihnen für Ihre Hilfe und Solidarität mit unseren Schülern. Ohne Sie wüssten wir nicht, wie wir weiterarbeiten könnten. Ich schicke Ihnen herzliche Grüße und gute Wünsche von uns allen aus Guatemala.“

Pater Klaus Väthröder SJ leitet die Jesuitenmission in Nürnberg:
„Helfen auch Sie mit Ihrer Spende den Radioschulen von IGER. Die Spenden für IGER leitet die Jesuitenmission in Nürnberg zu 100 % in das Projekt nach Guatemala weiter. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Gabe.“

Sie können hier das Projektblatt als pdf downloaden:

Projekt 73100 Radioschulen IGER

Land:
Guatemala

Partner:
P. José María Andrés Vitoria SJ

Zielgruppe:
Jugendliche und Erwachsene, die keine Schulbildung haben oder die Schule nicht zu Ende bringen konnten.

Arbeit:
IGER ist ein Bildungsinstitut durch Radiosendungen.

Mehr Informationen zu IGER im Internet:
www.iger.jesuitenmission.de
www.iger.edu.gt

Jesuitenmission
Konto 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck:
73100 Radioschulen IGER

-> zur Online-Spende

Jesuitenmission
Königstr. 64
90402 Nürnberg
Tel. (0911) 23 46-160
www.jesuitenmission.de