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05.10.09
Flutkatastrophe in Südindien
Gerade erreicht uns diese E-Mail von Pater Maxim und Pater Eric mit einem Hilferuf aus Pannur. Die Jesuiten in dieser Region kümmern sich in vielen Schulen und sozialen Projekten um die Dalits. So nennen sich die Untersten des Kastensystems, die „Unberührbaren“. Dalits bedeutet übersetzt die Zerbrochenen, die Niedergetretenen. Durch die Flutkatastrophe sind sie es, die Ärmsten der Armen, die am schlimmsten betroffen sind.
Kontonr. 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck: 3359 Flut Pannur-Manvi
SWIFT: GENODEF1M05
Lieber Pater Klaus,
Grüße von Pater Maxim und Pater Eric.
Pannur erlebt durch die Flut gerade eine der schlimmsten Katastrophen seit den letzten 40 Jahren. Regelmäßige Regenfälle in den letzten vier Tagen haben dazu geführt, dass die Fluten auf bis zu fünf Metern anstiegen. Die Kirche steht unter Wasser. Die umliegenden Häuser wurden zerstört, einige sind total zusammengebrochen. Alle 212 Häuser in Pannur wurden sehr stark beschädigt. Die Menschen leben nun am Wegesrand und haben sich mit Planen provisorische Zelte gebaut. Einige übernachteten auch in unserer Krankenstation. Mit dem Wasser kommen Schlangen - eine weitere Sorge und Gefahr für alle. Fünf Menschen wurden bereits von Kobras gebissen, einer davon befindet sich in einem kritischen Zustand.
Die Flut wurde über Nacht immer stärker und versetzte alle Leute in Panik. Jeder beeilte sich, so viel wie möglich aus dem Haus zu tragen und an einen weniger gefährlichen Ort zu bringen. Das meiste ist jedoch den Fluten zum Opfer gefallen. Die Lage der Frauen und Kinder ist besonders dramatisch. Es fehlt an Kleidung zum Wechseln und - was noch schlimmer ist - an Lebensmitteln, um ihren Hunger stillen zu können. Eine Frau brachte in dieser schwierigen Situation ihr Kind zur Welt. Zum Glück konnten wir eine kleine Ecke in unserer Krankenstation für sie und das Neugeborene einrichten.
In den letzten beiden Tagen gab es keinerlei Möglichkeit, nach Pannur zu kommen, da der Ort vom Rest der Welt abgeschnitten war. Kein Strom, kein Trinkwasser, kein Essen und kein geeigneter Zufluchtsort für unsere Leute.
Bis heute hat noch niemand von der Regierung ein Hilfsprogramm ausgearbeitet. Erst gestern Morgen hatten wir es geschafft, Pannur zu erreichen, indem wir drei Kilometer zu Fuß gelaufen sind. Alle Hilfe, die wir brachten, mussten wir auf unseren Schultern tragen, um sie zu den Leuten zu bringen. P. Ambrose D’Souza, Pfarrer von Pannur, war ebenfalls in einer hilflosen Situation. Er konnte sein Haus nicht verlassen, da das Wasser im Haus schon auf drei Meter gestiegen war. Die Menschen, die sich auf dem Kirchplatz aufhielten, mussten wegrennen, um sich und ihre Familien zu retten. Fr. Ambrose konnte erst nach zweieinhalb Tagen das Haus verlassen, nachdem das Wasser wieder etwas gesunken war.
Unser Nachbardorf Hulugunchi ist vollkommen überflutet und alle 55 Häuser sind überschwemmt. Die Einwohner mussten sich und ihre Kinder auf einen höher gelegenen Berg retten. Da die Flut über Nacht kam, mussten sie sehr schnell fliehen und alles zurücklassen – auch ihr Vieh haben sie verloren. Drei Männer aus diesem Dorf werden vermisst. Auch hier ist die Situation der Frauen sehr schwierig.
Andere Dörfer wie Ramathnal, Chitralli, Gonavara, Yadiwala, Hedignal, Yeddoldoddi, Chikalparvi, Iynoor, Pul Parmesh Dinni sind ebenfalls überschwemmt, da sie direkt am Flussufer liegen.
Der Staat von Karnataka ist damit beschäftigt, die Swamiji zu retten und lässt die tausenden Armen hungern und sterben. Kein Essen, kein Wasser, keine Kleidung, keine Medizin konnte zu den Dörfern gebracht werden. Während die Armen und Bedürftigen sich in einer wirklich kritischen Situation befinden, wurden vom Staat 100 Millionen Rupees (1,4 Millionen Euro) versprochen, um den Mantralya Tempel zu reparieren.
In den Dörfern wohnen hauptsächlich Dalits. Dass sie in ihrer Notlage vergessen werden, spiegelt ihren alltäglichen Überlebenskampf wider. Die Regierung denkt oder möchte den Eindruck vermitteln, dass nichts Ernstes in diesen Dörfern passiert ist. Sie hat niemanden in diese Dörfer geschickt, um den Verlust an Leben und Eigentum festzustellen.
Wir benötigen Lebensmittel, Kleidung und Medizin für die leidende Bevölkerung. Was Sie geben können, nehmen wir sehr gerne an. Bitte helfen Sie unseren Menschen, besonders unseren Frauen und Kindern. All unsere Freiwilligen sind in den Dörfern vor Ort, um den Leuten zu helfen, wo es möglich ist. Einige von unseren Kindern aus der Missionsstation sind auch mit dabei.
Pater Eric ist mit seinem Team in Pannur, um den Leuten Hoffnung und Unterstützung zu geben. Unsere Lehrer haben bereits ihre Gehälter und andere Gegenstände gespendet und kampieren in den Dörfern.
Wir hoffen, dass Sie unseren Menschen nahe sein können mit Ihrer Sympathie und Unterstützung.
Die Jesuitenmission hat ein Sonderkonto für die Opfer der Flutkatastrophe eingerichtet:
Jesuitenmission
Kontonr. 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck: 3359 Flut Pannur-Manvi
IBAN: DE 61750903000005115582
SWIFT: GENODEF1M05











