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22.09.09

In memoriam: Pater Windey

P. Michael A. Windey SJ

Pater Michael A. Windey SJ, der Gründer und Ehrenpräsident der indischen Dorfbauorganisation Village Reconstruction Organisation (VRO), ist in den Morgenstunden des 20. September 2009 in Belgien gestorben.

 

Am 28. April 2009 hatte er noch seinen 88. Geburtstag gefeiert, zu dem ihm seine europäischen Freunde eine Festschrift schenkten, die sein Lebenswerk und seine Person dankbar würdigt. Vor vierzig Jahren gründete Pater Windey die VRO. Noch heute prangt unübersehbar der Satz an vielen Wänden, unüberhörbar schallt das Wort durch die VRO: „Better Villages für a better World“. Wie Fahnen flattern jene Banner im Wind, die Krupal, der Haus- und Hofmaler der VRO in Hunderten von Varianten gemalt hat als bildliche Darstellungen dessen, was die VRO getan hat und will und was sie heute tut und weiterhin tun wird: nämlich bessere, menschenwürdigere Dörfer schaffen zu helfen, die nicht nur selber ihre Lebensbedingungen verbessert haben, sondern Zeichen und Gleichnis sind für eine bessere Welt. Die Vision des Gründers der VRO, Pater Windey, der ein Pionier und ein Prophet war, hat sich über eine 40-jährige Zeitspanne hinweg als gültig und krisenfest erwiesen.

 

Jeder Nachruf für Pater Windey muss sich strecken und dehnen, um seiner Persönlichkeit auch nur bis an die Knie zu reichen. Der Orte seines Wirkens sind so viele, dass eine Landkarte nicht reicht, es muss schon ein Atlas sein.  Aber wenn es auf jene Plätze ankommt, wo sein Herz schlug und seine Phantasie Purzelbäume von Kreativität vollführte, dann sind es jene Dörfer in Indien, in denen er die Menschen ermutigt hat, ihre Dörfer von Grund auf neu aufzubauen und Heimat und Sicherheit zu schaffen für ihre Familien für lange Zeit.

 

In all seinem Denken und Tun stand stets der große Mahatma Gandhi gleichsam als Pate und Schutzpatron an seiner Seite. Und Pater Windey hat ein Leben lang versucht, die Ideen des großen Gandhi in den kleinen Dörfern des Landes in Ziegel und Stein darzustellen und in lebendigen Dorgemeinschaften Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Michael Windey war ein Jesuit, von dem das Wort in hervorragender Weise gilt, das die 34. Generalkongregation des Ordens mehrmals wiederholt hat: „Er war ein Mensch für andere und mit anderen“. Doch es war nicht nur die leibliche Not und das Elend der Menschen, die ihm Herausforderung und Anruf gewesen sind ein Leben lang, sondern er hat auch daran gedacht, dass in einer Welt der Menschen auch Schönheit ihren Platz haben muss. Er glaubte an die Poesie der Worte, der Bäume und der Menschen. Wie eine andere Persönlichkeit, der er sich verwandt und verbunden fühlte, nämlich Mutter Teresa von Kalkutta gesagt hat: „Lasst uns etwas Schönes für Gott tun.“ Über alle Nothilfen und Katastropheneinsätze hinaus hat Pater Windey genau dies in seinem Leben auf hundertfache Weise verwirklicht.

 

Die VRO hat im Internet eine Kondolenzseite eingerichtet, auf der sich Trauergäste aus aller Welt eintragen können: -> zur Kondolenzseite