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05.02.10

Haiti: Nothilfe noch notwendig

„Wir sind noch nicht aus der Phase der Nothilfe heraus“, erklärt Sonia Adames vom Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) in der Dominikanischen Republik. „Es geht immer noch darum, auf die Basisbedürfnisse der Menschen zu reagieren, das sind Trinkwasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung. Parallel zur Nothilfe bereitet sich der Jesuitenflüchtlingsdienst auf die langfristigen Herausforderungen der Wiederaufbauphase vor.“

 

Der Jesuit Jim Boynton schreibt aus Port-au-Prince: „Zu uns kommen immer noch schwer verwundetet Opfer, die bis jetzt noch keinen Arzt gesehen haben. Es gibt riesige Zeltstädte, in denen Tausende Obdachlose zusammengedrängt leben - ohne Trinkwasser, ohne Essen und ohne Kanalisation. In den Lagern leiden jetzt viel an Durchfallerkrankungen. Viele Mütter kommen mit ihren Babys zu uns. Aber auch Erwachsene sind betroffen. Wir haben ihnen Wasser mit Zucker und Salz gegeben. Viel mehr konnten wir leider nicht für sie tun. Einen Fall von Bindehautentzündung habe ich gesehen, eine Krankheit, die sich laut Lehrern jetzt gefährlich schnell verbreitet.“

 

Rafael Jimenez vom Jesuitenflüchtlingsdienst berichtet, dass sie jeden zweiten Tag mindestens drei große Lastwagen mit Hilfsgütern von der Dominikanischen Republik nach Port-au-Prince schicken. Viele der Hilfsgüter werden in der Dominikanischen Republik von Gemeinden und Sozialeinrichtungen gesammelt. In Port-au-Prince werden die Hilfsgüter schnell über die verschiedenen Verteilungszentren an die Hilfsbedürftigen ausgegeben. „Im Vergleich dazu stecken noch viele Hilfsgüter, die aus dem entfernten Ausland geschickt wurden, am Flughafen oder in den Docks am Hafen fest, da die Infrastruktur im Land zusammengebrochen ist und vielen Hilfsorganisationen etablierte Netzwerke in Port-au-Prince fehlen. Die Bewohner der einzelnen Stadtteile in Haiti - also die Erdbebenopfer selbst - sind diejenigen, die die Verteilung organisieren und die Arbeit machen. Aber selbst jetzt, wo die Hilfe ankommt, gibt es immer noch viel Not und Hunger.“

 

Wenn Sie den Menschen in Haiti helfen möchten, finden Sie hier unseren Spendenaufruf: -> Erdbebenhilfe Haiti