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Kinder von Cali

Das Sozialwerk von P. Alfred Welker SJ

Ein strahlendes Kind - im Kindergarten des Sozialwerkes ist es gut aufgehoben.

Die Stadt Cali im Südwesten von Kolumbien ist Hauptstadt der Provinz Valle del Cauca. Mit über 2 Millionen Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt des Landes. Bekannt ist Cali als eine der großen Drehscheiben im Kokain- und Drogenhandel.    

Wunder in der Hölle von Cali

Vor 25 Jahren begann Pater Welker in dem damals berüchtigtsten Slum von Cali, in El Retiro im Stadtviertel Aguablanca, mit seiner Arbeit. Damals beschrieb er die Misere der Menschen als „Hölle von Cali“. Er ließ sich auf diese Hölle ein und begann, mit den Menschen zu leben und zu arbeiten. Um dem Kreislauf von extremer Armut, Drogen und Gewalt entgegenzuwirken, hat er dort eine Pfarrei und soziale Projekte gegründet, die den Namen: „El Señor de los Milagros“ – „Herr der Wunder“ tragen. Und es ist tatsächlich ein Wunder, wie viel die Menschen in Aguablanca erreicht haben. Aus der „Hölle von Cali“ ist eine Heimat für viele afro-kolumbianische Familien geworden.

Projekte und Strukturen

Besonders die Kinder und Jugendlichen profitieren davon: Krabbelstube, Kindergarten und Grundschule bis hin zu Gymnasium und technischer Schule.
In der Schulkantine bekommen viele ihre Mahlzeiten. Auf der Finca, einem Landgut außerhalb der Stadt, können sie sich erholen vom bedrückenden Alltag im Slum. Auch die Erwachsenen, besonders die Frauen, profitieren: Das Sozialwerk selbst bietet über 400 Frauen Arbeit als Putzfrauen, Kindergärtnerinnen und Hilfskräfte aller Art. Oft sind sie alleinstehend und müssen eine Familie ernähren.

 

Zum Sozialwerk gehören Kindergärten, Schulen, Frauengruppen, Werkstätten, eine Klinik, eine Kirche und ein Gemeindezentrum.

Auch das Gesundheitswesen ist erst durch Pater Alfred Welker aufgebaut worden: ungefähr 20 Krankenschwestern, Sozialhelferinnen und Ärzte arbeiten heute im Gesundheitszentrum, in dem es allgemeinärztliche Sprechstunden, eine Zahnarztpraxis, eine Apotheke und Beratungs- und Informationstage zu Krankheiten, gesunder Ernährung und Familienplanung gibt. Im angeschlossenen Therapiezentrum betreuen fünf Krankenschwestern ungefähr 40 Kinder mit Behinderung aus dem Kindergarten. Auch Patienten von außerhalb werden versorgt.


Eindrücke und Stimmen aus Cali

Für viele afrokolumbianische Jugendliche ist das Sozialwerk zu einer Heimat geworden.

Pater Alfred Welker SJ: 

„Die Gewalt ist traurig. Allein in den letzten zwei Wochen hatte ich zehn Beerdigungen, alles junge Kerle zwischen 13 und 18 Jahren, die erschossen worden sind. Und nie weiß jemand was Genaues. Und wer was weiß, hält lieber den Mund. - Wir haben es endlich geschafft, den Staat zur Verantwortung zu ziehen. Die Vorschule, die Grundschule und das Gymnasium werden jetzt von der Regierung bezahlt. Das Dumme ist nur, dass sie nicht pünktlich bezahlt. Von September bis Dezember letzten Jahres haben die Lehrer kein Gehalt bekommen. Und gerade habe ich wieder 20 Lehrer vor der Tür stehen, deren Verträge immer noch nicht unterschrieben sind, obwohl das Schuljahr längst begonnen hat. Die Behörden lassen uns mal wieder warten. Aber das hilft nichts, da muss man sie zwingen.“

 

Bekannt wie ein bunter Hund: Pater Alfred hat immer Zeit für ein Gespräch.

Carlos Alberto Cuero Valencia, Exekutivdirektor des Sozialwerkes: 

„Als meine Familie vor 25 Jahren in das Barrio El Retiro kam, fehlte hier alles, was zum Leben notwendig ist.  Es gab keine Schulen, keine Gesundheitszentren, keine Arbeitsplätze. Dann erschien ein Deutscher. Er wandte sich den Bedürftigsten, den Kindern, zu und schuf mit „El Señor de los Milagros“ eine Oase inmitten einer vom Staat verlassenen Wüste des Elends. Ich bin ein Sohn des Sozialwerkes von Pater Welker. Es hat mich seit meiner Kindheit geformt, und so wie mich gibt es viele andere hier. Er hat eine außergewöhnliche Arbeit geleistet mit unermüdlichem Geist, mit Menschenfreundlichkeit und mit großer Einsatzfreude. Ohne ihn wäre nichts von alledem geschehen, was wir erlebt haben.“

Kelly Rosa Sevillano Fajardo, Psychologin:

„Ich lebe im Barrio El Vergel zusammen mit meinen beiden Schwestern und unserer Mutter. Als unser Vater vor 13 Jahren getötet wurde, hatten wir das Gefühl, als würden wir mit ihm sterben. Ich war damals 15 Jahre alt und studierte am Colegio el Señor de los Milagros. Trotz vieler Probleme habe ich weiter studiert und meine Ausbildung auch abgeschlossen. Die Verleihung meines akademischen Grades war der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Urkunde überreicht bekam, nach der ich den Titel Psychologin führen darf, versammelten sich alle, die das mit ihrer Unterstützung, ihrer Begleitung und Motivation möglich gemacht haben, darunter auch meine Mutter und Padre Alfredo Welker.“

Hier können Sie mehr Informationen zu dem Projekt "Kinder von Cali" als pdf downloaden:

Projekt 72100 Kinder von Cali

Land:
Kolumbien

Partner:
P. Alfred Welker SJ

Zielgruppe:
Afrokolumbianische Familien im Slum El Retiro in Aguablanca

Kontext:
Die Stadt Cali gilt als große Drehscheibe im Drogenhandel.

Maßnahme:
Finanzieller Rückhalt auf lange Sicht: für Kindergärten, Schulspeisung und die Jugendarbeit.

Jesuitenmission
Konto 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck:
72100 Kinder von Cali

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