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Das Krankenhaus Tarahumara

Medizinische Hilfe für Indianer

Tarahumara ist der Name eines Indianerstammes im nördlichen Bergland von Mexiko. Die rund 50.000 Mitglieder des Stammes leben meist in ärmlichen Dörfern von der Landwirtschaft, der Viehzucht und vom Kunsthandwerk.

Von den Anfängen bis heute:

Auf 2200 Meter Höhe liegt der Hauptort der Region, das Dorf Sisoguichi mit rund 1000 Einwohnern. Hier entstand bereits im Jahr 1947 das erste Krankenhaus der Sierra Tarahumara. Damals waren es Ärzte aus der Umgebung, die sich auf ehrenamtlicher Basis um die Kranken kümmerten und sie medizinisch versorgten. Heute wird das Krankenhaus „Hospital de la Tarahumara“ von mexikanischen Marienschwestern geleitet.

Umbaumaßnahmen:

Im Laufe der vergangenen Jahre leistete das Krankenhaus, unterstützt durch die Jesuitenmission in Nürnberg, einen hervorragenden Beitrag zur Gesundheit der indianischen Bevölkerung. Trotz aller Anbauten hatte es nicht mehr ausreichend Platz, um allen Anforderungen zu genügen und die Patienten zu versorgen. Außerdem zeigte das ursprüngliche Gebäude schwere bauliche Schäden. So entschloss man sich, im Jahr 2006 einen Neubau zu errichten.

 

Das Krankenhaus "Hospital de la Tarahumara" wird neu gebaut.

Aktivitäten:

Heute gibt es in dem neuen Krankenhaus 24 Stunden am Tag ärztlichen Bereitschaftsdienst für allgemeine Krankheitsfälle. Dreimal im Jahr kommen Fachärzte zur Beratung und Behandlung. Es werden Gesundheitsprogramme und Impfungen durchgeführt.

„Im letzten Jahr hatten wir insgesamt 5979 Patienten“, erklärt Schwester Eva Muñoz Pérez, Leiterin des Krankenhauses, „davon 5543 in der Allgemeinmedizin und 436 in den Spezialbereichen wie Gynäkologie, Unfallchirurgie, Urologie, Augenheilkunde und Zahnbehandlung. Wir hatten 406 Krankenhauseinweisungen, 56 Geburten und 14 Sterbefälle. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf unserem Programm ‚Peso y Talla’ für Kinder bis fünf Jahre, die an Mangelernährung leiden. Wir versorgen die Kinder mit spezieller Nahrung und einmal im Monat treffen wir uns auch mit den Müttern und besprechen verschiedene Themen zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ihrer Kinder.“


Eindrücke und Stimmen aus Tarahumara

Schwester Eva Muñoz Pérez zusammen mit einer Patientin vor dem Eingang zum Krankenhaus.

Schwester Mercedes Nuñez Lara, Leiterin des Krankenhauses bis 2007:

„Das ursprüngliche Gebäude war schon fast 70 Jahre alt und es fehlte an Platz, um sich gut um die Kranken zu kümmern. Es war dringend nötig, mehr Platz zu haben, mit besserem Licht und besserer Durchlüftung. Ebenso mussten die sanitären und elektrischen Installationen, Wasser, Gas, Heizung und die Decke gerichtet werden. Die Röntgenabteilung, Entbindungsstation und Notaufnahme waren schlecht eingeteilt und brauchten mehr Platz. Das Ziel von all dem ist eine bessere Behandlung der Patienten und gleichzeitig eine Vergrößerung unserer Kapazitäten.“

Teresa, eine junge Mutter aus dem Dorf Sisoguichi:

„Für die Angebote von Tarahumara bin ich unendlich dankbar. Ich habe gelernt, wie ich meine Kinder gesund ernähren kann. Durch die regelmäßig stattfindenden Treffen im Krankenhaus  wissen wir jetzt zum Beispiel auch, wie man Trinkwasser aufbereitet, um Darminfektionen vorzubeugen. Sollten unsere Kinder trotzdem Durchfall bekommen, so haben wir inzwischen gelernt, sie selbst mit einer einfachen Salz-Zucker-Lösung zu behandeln. Das alles gibt uns Hoffnung, dass die Armut nicht mehr unser Leben raubt.“

 

Schwester Mercedes Nuñez Lara in der Gruppe der jungen Krankenschwestern.

Schwester Eva Muñoz Pérez, Nachfolgerin von Schwester Mercedes Nuñez Lara:

„Immer wieder nutzen wir Gelegenheiten, um die Erwachsenen in Fragen der Gesundheitsvorsorge zu beraten. Auch unsere Ausbildungskurse für Krankenschwestern sind sehr erfolgreich. Die jungen Mädchen leben für ein Jahr hier im Hospital und bilden sich in Theorie und Praxis weiter. Das hilft ihnen, in den Indio-Dörfern, wo sie leben, gute Arbeit zu leisten und den Kranken zu helfen.“

„All das können wir nur dank großzügiger finanzieller Unterstützung leisten. Denn die Ausgaben für Medizin, Ernährung, Benzin, Strom, Lohnkosten für Ärzte und Krankenschwestern sind hoch. Wegen der steigenden Medikamentenpreise ist es nicht leicht, die nötigen Behandlungen durchzuführen. Aber wir können es schaffen, wenn viele mithelfen. Wir hoffen, dass wir auf Ihre Hilfe bauen können, um dieses Werk am Leben zu halten. Jedes ‚Sandkorn’, jede Gabe von Menschen wie Ihnen, ist ein sehr wichtiger Beitrag für unsere Arbeit. In der Tarahumara-Sprache sage ich: MATETERA BA: Im Namen Gottes danke ich Ihnen!“

 

Sie können hier das Projektblatt als pdf downloaden:

Projekt 77100 Tarahumara

Land:
Mexiko

Partner:
Schwester Eva Muñoz Pérez

Zielgruppe:
Indianerstamm im nördlichen Bergland von Mexiko

Kontext:
Sisoguichi wurde im 17. Jh. von den Jesuiten gegründet. In ihren Händen liegt heute die Krankenhausseelsorge.

Maßnahme:
Finanzierung der laufenden Kosten (siehe Rückseite).

Jesuitenmission
Konto 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck:
77100 Tarahumara

-> zur Online-Spende

Jesuitenmission
Königstr. 64
90402 Nürnberg
Tel. (0911) 23 46-160
www.jesuitenmission.de