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Spendenaufruf für Haiti

Liebe Freundinnen und Freunde der Jesuitenmission,

sofort nach dem Erdbeben in Haiti haben sich viele von Ihnen bei uns gemeldet: Wie können wir helfen?

Wir Jesuiten in Deutschland standen zu diesem Zeitpunkt noch genauso unter Schock wie unsere Mitbrüder in der Karibik. Selbst die Jesuiten in Haiti wussten tagelang nicht, wer überlebt hat und wer nicht. Mittlerweile zeigt sich ein klareres Bild und wir können Ihnen einen ersten Überblick über unsere Hilfe geben.

Die Jesuiten in Haiti und in der benachbarten Dominikanischen Republik haben sich mit anderen Organisationen zusammengeschlossen, um die Hilfsmaßnahmen aufeinander abzustimmen und die Kräfte zu bündeln. Pater Kawas François aus Haiti und Pater Mario Serrano vom Jesuitenflüchtlingsdienst der Dominikanischen Republik koordinieren die gemeinsamen Anstrengungen.

Von der Dominikanischen Republik aus bringen Jesuiten Lastwagen mit Hilfsgütern nach Haiti. Lebensmittel, Trinkwasser und Zelte verteilen sie über die Sozialzentren und Gemeinden in Haiti. Die Hilfe konzentriert sich nicht nur auf die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince, sondern erreicht auch andere betroffene Gebiete. Im völlig überfüllten Krankenhaus in Jimani an der Grenze zu Haiti werden Verletzte des Erdbebens betreut. Von hier aus wird die medizinische Hilfe koordiniert: Zusätzliche Mediziner versorgen die Opfer und mobile Ambulanzen erreichen die Verletzten in Haiti.

Dank erster Spenden konnten wir von Nürnberg aus bereits 30.000 Euro Soforthilfe überweisen. Die Jesuitenmission ist kein Katastrophenhilfswerk, das ausländische Fachkräfte in Notgebiete schickt. Aber über unsere Mitbrüder vor Ort haben wir Helfer, die dort zu Hause sind und sich auskennen. Sie packen an, sie leiden mit, sie binden die lokale Bevölkerung mit ein und sie werden die Hilfs- und Wiederaufbauprojekte langfristig leiten. Deshalb unsere Bitte: Begleiten Sie ihre Arbeit mit Ihrem Gebet und nach Möglichkeit auch mit Ihrer Spende. Für die nächsten Wochen und Monate brauchen die Jesuiten eine Million Euro, um die gestarteten Projekte aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen. Lassen Sie uns gemeinsam den Opfern in Haiti helfen!

Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung,

Ihr

Pater Klaus Väthröder SJ
Missionsprokurator

Pater Kawas (rechts) mit Erdbebenopfern, die auf dem Geländeder Jesuiten Zuflucht gefunden haben.
Die Jesuiten der Dominikanischen Republik bringen Hilfslieferungen per Lastwagen ins Nachbarland.

 

„Einmal mehr wurde Haiti von einem furchtbaren Schicksalsschlag getroffen. Die ganze Welt steht unter Schock. Das, was wir in der Stadt an Zerstörung und Toten gesehen haben, ist unbeschreiblich. Ich habe Wände und Häuser vor mir einstürzen sehen. Immer noch liegen Leichen unter den Trümmern.“

P. Kawas François SJ leitet in Haiti die Hilfsmaßnahmen

 

„Es war schrecklich für unsere haitianischen Jesuitenstudenten in Santo Domingo, die Bilder der Zerstörung zu sehen, ohne von ihren Familien, Freunden und Angehörigen zu wissen. Ich bin mit ihnen nach Haiti gefahren, um ihre Familien ausfi ndig zu machen. Neben all dem Leid gibt es auch immer wieder Hoffnung: Die Schwester eines unserer Studenten wurde lebend aus den Trümmern geborgen. Sie hatte ihren 8-jährigen Sohn gerade nach draußen geschickt, um sich im Hof zu waschen. Der Kleine sah das Haus zusammenstürzen und lief schreiend auf die Straße: Mama ist tot ! Nachbarn kamen sofort und konnten die junge Frau retten. Beim Betrachten der Trümmer kann ich nicht verstehen, wie da jemand wohlbehalten herausgekommen ist...“

P. Martin Lenk SJ stammt aus Deutschland und arbeitet seit mehr als zehn Jahren in der Dominikanischen Republik

 

„Es war schon nachts, als wir mit den ersten Lastwagen voller Hilfsgüter in unserem Noviziat in Port-au-Prince ankamen. Es liegt direkt neben einem großen Slum, der sehr zerstört wurde. Viele Menschen hatten sich in der Dunkelheit versammelt und wir hatten Angst, dass es beim Ausladen der Hilfsgüter zu Tumulten kommen würde. Die Leute hatten schon seit Tagen nichts mehr gegessen und hatten auch kein Trinkwasser. Wir erklärten den Leuten sehr vorsichtig, dass wir noch etwas Zeit bräuchten, um die Verteilung zu organisieren. Zu meiner großen Überraschung und Freude war ihre Reaktion: Okay, Pater, da helfen wir Ihnen! Und machen Sie sich keine Sorgen, wir kümmern uns auch um Ihre Sicherheit. Und so arbeiten wir nun gemeinsam – die Helfer und die Opfer. Sie sind zu Freunden geworden und aus Angst wurde Vertrauen, das kein Militär- oder Polizeischutz ersetzen kann.“

P. Mario Serrano SJ, Leiter des Jesuitenflüchtlingsdienstes in der Dominikanischen Republik und Koordinator der Hilfe für Haiti

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NEU: Aktueller Reisebericht über die Arbeit in Haiti von P. Klaus Väthröder SJ und Judith Behnen

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