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Jesuiten in Vietnam

Seit dem Ende des Vietnam-Krieges und der Revolution 1975 hatten die Jesuiten eine schwere Zeit: alle Häuser in Vietnam wurden geschlossen, darunter auch eine theologische Fakultät, die Missionare ausgewiesen, etliche der einheimischen Jesuiten waren im Gefängnis. Viele Flüchtlinge verließen das Land. Aber die Kirche und der Glauben überlebten im Land und im Exil. Heute können die Jesuiten in Vietnam langsam wieder ohne größere Probleme öffentlich auftreten.


In den Bergdörfern herrscht große Armut.
Kirchliches Leben beginnt wieder zu blühen in Vietnam.
Junge vietnamischen Jesuiten in der Ausbildung.
Eine Gemeinschaft von Ordensschwestern in Nordvietnam.

Leben bei den Bergvölkern

Ein Team von Jesuiten arbeitet in den abgelegenen Gegenden dreier Bergdiözesen, wohin die Pfarrer nicht kommen. Wie in vielen anderen Ländern Asiens oder Südamerikas haben die endlosen Auseinandersetzungen über das Land der Vorväter auch in Vietnam zu Abspaltungstendenzen geführt. Deswegen sind alle Aktivitäten – auch humanitäre oder religiöse – bei den Bergvölkern den Autoritäten sehr verdächtig. Neben der Verkündigungsarbeit hat das Team sich zur Aufgabe gemacht, das Leben der Bevölkerung zu verbessern. Viele Projekte wurden entwickelt, um den Menschen weiterzuhelfen: Kleinkredite ohne Zinsen, damit die Familien ihr Land nicht unter Preis verkaufen müssen; mehrere Gesundheitsstationen für die Bedürftigen in Zusammenarbeit mit Ordensschwestern; Internate in den Städten für Schüler aus den Bergen; Stipendien für Jugendliche, die studieren gehen und anschließend zurückkommen, um der Bevölkerung in ihren Dörfern als Lehrer, Krankenschwestern, Landwirtschaftsfachleute oder Tierärzte zu dienen.

Für die pastorale Arbeit vor Ort haben die Jesuiten Katechisten ausgebildet – für Ortsfremde ist es streng verboten, bei den Bergvölkern zu bleiben. Diese Katechisten evangelisieren in ihren Heimatdörfern. Ein Jesuit hat die vier Evangelien, den Katechismus und Texte des Messbuchs in die verschiedenen Dialekte übersetzt, denn es gab Nachfragen nach Katechese und Wortgottesdiensten in den Dörfern.

Auftauchen aus dem Untergrund

In den letzten 25 Jahren waren die Jesuiten in Vietnam sehr beschränkt in ihrer Freiheit, z.B. mehr Novizen aufzunehmen oder öffentlich aufzutreten. Seit dem Jahr 2000, also seit die Behörden eine offenere Haltung gegenüber den Religionsgemeinschaften einnehmen, tauchten die Jesuiten von Vietnam Schritt für Schritt aus einer Untergrundsituation wieder auf. Wo es Verfolgungen gibt, da blühen die Berufungen. In den letzten zwei Jahren sind jedes Jahr durchschnittlich 12 junge Männer in das Noviziat eingetreten und die Warteliste umfasst 80 Namen. Den Jungen muss jetzt eine gute Ausbildung gegeben werden, damit dieser Aufbruch lange wirkende Früchte trägt.

Ausbilden für die Zukunft

Die Jesuitenmission fördert die Ausbildung junger Jesuiten, Ordensschwestern und Katechisten in Vietnam und auch in anderen Ländern. Ein wesentlicher Faktor für die Zukunft der jungen Kirchen sind gut ausgebildete, einheimische Priester und andere kirchliche Verantwortliche. Gute Ausbildung ist einer der effektivsten Wege der „Hilfe zur Selbsthilfe“.

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