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Hoffnung für Aidswaisen
Das Kinder-Tagesheim „Tariro" in Simbabwe

- Im Kindergarten werden die Kleinen betreut und so die Familien entlastet.
Schätzungen gehen davon aus, dass in Simbabwe mehr als eine Million Aidswaisen leben. Das bedeutet: Jedes vierte Kind hat mindestens einen Elternteil durch Aids verloren. Und die Zahl der Aidswaisen wächst und wächst. Großeltern, Tanten, Onkel oder noch weiter entfernte Verwandte versuchen, so gut wie möglich für die verwaisten Kinder zu sorgen. Aber oft genug sind sie selbst von Armut, Perspektivlosigkeit und Krankheit betroffen und auf Unterstützung angewiesen.
Hoffnung für die Kinder
In Chinhoyi, das etwas 150 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Harare entfernt ist, hat Schwester Shingai mit Hilfe der Jesuiten das Tariro-Center aufgebaut. „Es ist für die Waisenkinder wichtig, auch nach dem Tod der Eltern in einem Familienumfeld zu bleiben", meint Schwester Shingai, „deshalb setzen wir bei den Verwandten an." Tariro kommt aus der Shona-Sprache und heißt Hoffnung. Das Prinzip des Tariro-Centers besteht darin, Großeltern oder andere Verwandte so zu unterstützen und zu entlasten, dass sie gut für die Aidswaisen sorgen können. Es geht den Schwestern nicht nur um materielle Versorgung der Kinder. Sie schenken ihnen menschliche Wärme, helfen ihnen, mit dem Tod ihrer Eltern zurecht zu kommen und sorgen vor allem für eine gute Ausbildung.
Nöte und Sorgen der Familien
Im Mai 2003 wurde das Tariro-Center geöffnet. Anfangs waren es zehn Waisen im Grundschulalter und 36 im Kindergarten. Heute sind es ungefähr 235 Kinder. Im Kindergarten des Tariro-Centers werden die Kleinen tagsüber betreut. Jüngere Schulkinder kommen nach dem Unterricht. Schwester Shingai kennt die Nöte und Sorgen der Familien, in denen die Waisenkinder leben. Sie hilft mit Schulgebühren, Nahrungsmitteln und vielen anderen Dingen. Schwester Shingai erklärt: „Die Kinder werden entweder von der Gemeinde, von den Schulen oder anderen Organisationen zu uns geschickt. Wir besuchen regelmäßig die Großeltern oder anderen Verwandten, bei denen unsere Kinder leben. Dadurch wächst Vertrauen und wir können sowohl den Kindern als auch den Familien helfen."
Kinder und Familien, denen das Tariro-Center hilft:
Der 7-jährige Munashe:
Munashe strahlt, als er demonstriert, wie geschickt er eines der Hühner halten und fangen kann. Auf den ersten Blick ist dem Jungen nicht anzusehen, was er in seinem kurzen Leben schon alles durchleiden musste. Beide Eltern von Munashe sind gestorben und er kam bei einer Tante unter. Als bei der poltitisch motivierten Zerstörungswelle auch das Haus der Tante abgerissen wurde, war für Munashe kein Platz mehr. Jetzt gehört er zu den rund zehn Kindern und Jugendlichen, die vorübergehend im Tariro-Center leben. „Vom Konzept sind wir ein Tagesheim", sagt Schwester Shingai, „aber Kinder wie Munashe müssten ohne uns auf der Straße leben. Das wollen wir nicht."
Der 84-jährige Filemon und seine Enkel Samuel, Melod, Patience und Funwell:
Ohne Hilfe des Tariro-Centers wäre der 84-jährige Filemon Mutukura heillos überfordert. Bis vor kurzem lebten bei ihm und seiner asthmakranken Frau nur die beiden elf und 17 Jahre alten Enkel Samuel und Melod. Für beide übernimmt das Tariro-Center die Schulgebühren. Aber jetzt sind noch zwei weitere Enkel hinzugekommen: die 6-jährige Patience und der 4-jährige Funwell. Bei einem der regelmäßigen Hausbesuche hat Schwester Shingai davon erfahren und dafür gesorgt, dass die beiden Kleinen in den Kindergarten bzw. zur Nachmittagsbetreuung nach der Schule kommen. Der Großvater hatte sich geschämt, von sich aus um mehr Unterstützung zu bitten.
Die 13-jährige Ashley und ihre Großmutter Abisi:
Ashleys Großmutter Abisi ist ungefähr 70 Jahre alt. So genau weiß sie es selbst nicht. Sie hat nie lesen und schreiben gelernt. Ihre 13 Kinder sind alle an Aids gestorben. Ihre jüngste Enkeltochter Ashley ist HIV-positiv. Abisi sammelt Brennholz, um es zu verkaufen. Aber mittlerweile fällt ihr das Gehen schwer. Das Tariro-Center sorgt dafür, dass Ashley medizinisch betreut wird und Medikamente erhält. Außerdem werden die beiden mit Lebensmitteln und anderen praktischen Dingen unterstützt. „Als Ashleys Mutter an Aids starb", erzählt Schwester Shingai, „hatte ihre Großmutter kein Geld für die Beerdigung. Also haben wir Holz gekauft und Brian, einer unserer Jugendlichen, zimmerte den Sarg. Wir alle waren bei cer Beerdigung. Das war für Ashley und Abisi sehr wichtig: zu spüren, dass sie nicht allein sind."
Projekt 4924 Tariro
Land:
Simbabwe
Partner:
Schwester Shingai
Zielgruppe:
Waisenkinder im Alter von 3-20 Jahren
Kontext:
Das Tariro-Center im Bistum Chinhoyi hilft Aidswaisen innerhalb des Familien-Umfeldes.
Maßnahme:
Auf 27 Euro pro Kind und Monat belaufen sich die Kosten für Gesundheit, Nahrung, Erziehung und Kleidung.
Jesuitenmission
Konto 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck:
4924 Tariro
-> zur Online-Spende
Jesuitenmission
Königstr. 64
90402 Nürnberg
Tel. (0911) 23 46-160
www.jesuitenmission.de












