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Die den Regen fangen

Das Tribal Watershed Programm

Wie ein Schatz hält dieser Bauer das Saatgut für die nächste Ernte in seinen Händen.

Es ist eine ökologische Katastrophe: Wo jetzt nur noch Steppe ist, standen früher einmal dichte Wälder. Diese wurden abgeholzt als Bau- oder Feuerholz. Aus den Wurzeln wurde Holzkohle gemacht. Und das Schlimmste: Es wurde nicht mehr aufgeforstet. Wenn die seltenen, aber heftigen Regenschauer kommen, versickert das Wasser nicht mehr im Erdreich, sondern fließt sofort ab und nimmt die gelockerte Erde mit: die Versteppung geht weiter. Das Integrated Tribal Watershed and Development Programme (ITWDP) ist eine Initiative der Jesuiten in den Dürregebieten im Westen Indiens, im Distrikt Ahmednagar. P. Robert D’Costa SJ führt mit seinen Mitarbeitern die Arbeit des Schweizer Jesuiten Hermann Bacher SJ weiter, der die Watershed-Methode zur Wiederbegrünung von verstepptem Land entwickelt hat.

Die „Tribals“

Neben dem ökologischen zählt auch der soziale Aspekt. ITWDP wendet sich an die Tribals. Das sind die Ureinwohner Indiens. Sie gehören heute zu den Ärmsten und sind in die unwirtlichen, verdorrten Hügel abgedrängt worden. Dieses Land kann sie kaum ernähren. Die meisten sind ohne Schulbildung. Auch ihre Kinder können meist nicht zur Schule gehen, da die Familien auf der Suche nach Tagelöhner-Arbeiten in der Umgebung herumwandern.

Alle packen an: In mühseliger Arbeit werden die Hänge mit Furchen durchzogen und neu bepflanzt.

Wüsten wieder fruchtbar machen

Im Watershed-Programm arbeitet ein ganzes Dorf zusammen. Die Einwohner ziehen Furchen in die Berghänge bis weit ins Tal hinein. Diese werden wieder mit lockerer Erde gefüllt und mit jungen Bäumen bepflanzt. Wenn dann der Regen kommt, zeigt sich das Wunder: Das Wasser wird in den Furchen gefangen, versickert und wird im Boden gehalten. Die Wurzeln der Bäume halten die Erde fest, der Grundwasserspiegel steigt. Trinkwasserbrunnen haben wieder Wasser, bisher dürre Felder können bewässert werden und bringen reiche Frucht. Bis heute haben sich schon 29 Dörfer dafür entschieden, am Watershed Programm teilzunehmen und selber für ihre Zukunft aktiv zu werden.


Weitere Maßnahmen und Eindrücke

P. Robert D'Costa SJ auf dem Feld. Hier hat das Programm bereits Früchte getragen.

P. Robert D’Costa SJ:
„Es ging den Menschen hier so schlecht, man kann sich das gar nicht vorstellen. Sie wurden von Großgrundbesitzern ausgebeutet und betrogen. Die Menschen hatten Hunger, zu wenig Trinkwasser, waren krank. Heute hat sich die Lage der Familien stark verbessert. Durch unser Watershed Programm haben die Dorfbewohner ausreichend Trinkwasser, können ihre kleinen Felder bewässern und sogar dreimal im Jahr ernten. Überall wachsen statt Dornbüschen Bäume, Sträucher und saftiges Gras. Ein kleines Wunder, wenn man weiß, wie das karge, versteppte Land vorher ausgesehen hat.“ Als das Land immer fruchtbarer und grüner wurde, begannen sich die Menschen zu fragen: „Da wächst jetzt so viel Gras, warum können wir damit nicht Kühe füttern?“ Ein Traum, doch wie soll man ihn verwirklichen? Milchkühe können sich nur die reichen Bauern kaufen. In einem Pilotprojekt wurden bereits 150 Milchkühe auf Kreditbasis an die Frauen vergeben, die die Eigentümer sind. Die Kreditrückzahlung erfolgt durch den Milchverkauf. Nach etwa zwei Jahren haben sie den Kaufpreis zurückgezahlt. Ist eine Kuh ausbezahlt, erhält eine weitere Familie eine Kuh. Das geht so lange, bis alle Familien eines Dorfes eine Milchkuh besitzen. Robert D’Costa fügt an: „Die Einnahmen aus dem Milchverkauf fließen ja sozusagen jeden Tag und wenn noch dazu die Ernte auf den Feldern gut ist, dann zahlen sie ganz schnell zurück. Und schon bekommt die nächste Frau die nächste Milchkuh.“

Milchkühe ermöglichen den Tribals, sich eine Existenzgrundlage zu schaffen.

Pandari, ein Mitarbeiter im Watershed Programm:
„Die Frauen sind so glücklich mit ihren Kühen. Sie freuen sich, dass ihre Kinder jetzt gesünder sind und die Familie durch den Verkauf der Milch ein kleines Einkommen erwirtschaften kann. Für sie hat nun ein neues Leben begonnen.“ Parallel dazu werden im Dorf auch Alphabetisierungs-, Gesundheits- und Schulprogramme durchgeführt. In den meisten Dörfern wurde ein Kindergarten errichtet und insgesamt 520 Kinder aus den 29 Dörfern gehen bereits in die Schule. Auch hat es Robert D’Costa geschafft, Ärzte zu gewinnen, die die Menschen in den Dörfern kostenlos untersuchen und behandeln. Mal ist es ein Allgemeinmediziner, mal ein Zahnarzt, mal ein Kinderarzt. Schritt für Schritt soll eine Integration ins Gesundheitswesen erreicht werden.

Sie können hier das Projektblatt als pdf downloaden:

Projektblatt_Watershed.pdf

296 K

Projekt 5130 Watershed

Land:
Indien

Partner:
P. Robert D'Costa SJ

Zielgruppe:
Tribals, die Ureinwohner Indiens

Kontext:
Durch die Watershed-Methode wird mehr Regenwasser aufgefangen und das Grundwasser erhöht.

Maßnahme:
Weiteren Dörfern soll ein neues Leben ermöglicht werden.

Jesuitenmission
Konto 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck:
5130 Watershed

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Jesuitenmission
Königstr. 64
90402 Nürnberg
Tel. (0911) 23 46-160
www.jesuitenmission.de