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Aktuelle Entwicklungen

Das Jahr 2011 hat für das Werk „Die Kinder von Cali“ eine besondere Bedeutung: Vor genau dreißig Jahren, im Herbst 1981, hat der damals 42-jährige Jesuit Alfred Welker in Aguablanca, dem größten Slum im kolumbianischen Cali, seine Zelte aufgeschlagen und mit seiner Arbeit für die Kinder von Cali begonnen.
Dreißig Jahre ist das Werk nun alt, die erste Generation der Kinder von Cali ist längst erwachsen geworden und so ist jetzt auch für das Werk die Zeit gekommen, ohne seinen Vater, ohne Padre Alfredo klarzukommen.
Nach dreißig Jahren in Cali kehrt Alfredo zurück nach Deutschland und wird wieder zu einem Alfred. In all den Jahren hat er über Aguablanca immer gesagt: „Hier ist mein Platz und hier bleibe ich!“ Zurückkommen nach Deutschland war nie eine Option für ihn. Aber das hat sich nun doch geändert. Aus gesundheitlichen Gründen ist Alfredo hier in seiner alten Heimat besser aufgehoben.
Bildband „Kinder von Cali“
Der zum Jubiläum von Missionsprokurator P. Klaus Väthröder SJ herausgegebene 112-seitige Bildband lässt in Fotos und Texten die 30-jährige Geschichte der „Kinder von Cali“ aufleben und gibt Zeugnis von der beeindruckenden Persönlichkeit des Padre Alfredo.
Das Buch ist im September 2011 im EOS-Verlag erschienen. An alle Freunde und Förderer von Padre Alfredo schicken wir es kostenlos als Dankeschön für Ihre Treue!
Bestellungen bitte an die Jesuitenmission, Tel. (0911) 2346-160, prokur ( a t ) jesuitenmission.de
Hier können Sie die aktuellen Entwicklungen nachlesen:
Kinder von Cali
Das Sozialwerk von P. Alfred Welker SJ
Die Stadt Cali im Südwesten von Kolumbien ist Hauptstadt der Provinz Valle del Cauca. Mit über 2 Millionen Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt des Landes. Bekannt ist Cali als eine der großen Drehscheiben im Kokain- und Drogenhandel.
Wunder in der Hölle von Cali
Vor 25 Jahren begann Pater Welker in dem damals berüchtigtsten Slum von Cali, in El Retiro im Stadtviertel Aguablanca, mit seiner Arbeit. Damals beschrieb er die Misere der Menschen als „Hölle von Cali“. Er ließ sich auf diese Hölle ein und begann, mit den Menschen zu leben und zu arbeiten. Um dem Kreislauf von extremer Armut, Drogen und Gewalt entgegenzuwirken, hat er dort eine Pfarrei und soziale Projekte gegründet, die den Namen: „El Señor de los Milagros“ – „Herr der Wunder“ tragen. Und es ist tatsächlich ein Wunder, wie viel die Menschen in Aguablanca erreicht haben. Aus der „Hölle von Cali“ ist eine Heimat für viele afro-kolumbianische Familien geworden.
Projekte und Strukturen
Besonders die Kinder und Jugendlichen profitieren davon: Krabbelstube, Kindergarten und Grundschule bis hin zu Gymnasium und technischer Schule.
In der Schulkantine bekommen viele ihre Mahlzeiten. Auf der Finca, einem Landgut außerhalb der Stadt, können sie sich erholen vom bedrückenden Alltag im Slum. Auch die Erwachsenen, besonders die Frauen, profitieren: Das Sozialwerk selbst bietet über 400 Frauen Arbeit als Putzfrauen, Kindergärtnerinnen und Hilfskräfte aller Art. Oft sind sie alleinstehend und müssen eine Familie ernähren.
Auch das Gesundheitswesen ist erst durch Pater Alfred Welker aufgebaut worden: ungefähr 20 Krankenschwestern, Sozialhelferinnen und Ärzte arbeiten heute im Gesundheitszentrum, in dem es allgemeinärztliche Sprechstunden, eine Zahnarztpraxis, eine Apotheke und Beratungs- und Informationstage zu Krankheiten, gesunder Ernährung und Familienplanung gibt. Im angeschlossenen Therapiezentrum betreuen fünf Krankenschwestern ungefähr 40 Kinder mit Behinderung aus dem Kindergarten. Auch Patienten von außerhalb werden versorgt.
Eindrücke und Stimmen aus Cali
Pater Alfred Welker SJ:
„Die Gewalt ist traurig. Allein in den letzten zwei Wochen hatte ich zehn Beerdigungen, alles junge Kerle zwischen 13 und 18 Jahren, die erschossen worden sind. Und nie weiß jemand was Genaues. Und wer was weiß, hält lieber den Mund. - Wir haben es endlich geschafft, den Staat zur Verantwortung zu ziehen. Die Vorschule, die Grundschule und das Gymnasium werden jetzt von der Regierung bezahlt. Das Dumme ist nur, dass sie nicht pünktlich bezahlt. Von September bis Dezember letzten Jahres haben die Lehrer kein Gehalt bekommen. Und gerade habe ich wieder 20 Lehrer vor der Tür stehen, deren Verträge immer noch nicht unterschrieben sind, obwohl das Schuljahr längst begonnen hat. Die Behörden lassen uns mal wieder warten. Aber das hilft nichts, da muss man sie zwingen.“
Carlos Alberto Cuero Valencia, Exekutivdirektor des Sozialwerkes:
„Als meine Familie vor 25 Jahren in das Barrio El Retiro kam, fehlte hier alles, was zum Leben notwendig ist. Es gab keine Schulen, keine Gesundheitszentren, keine Arbeitsplätze. Dann erschien ein Deutscher. Er wandte sich den Bedürftigsten, den Kindern, zu und schuf mit „El Señor de los Milagros“ eine Oase inmitten einer vom Staat verlassenen Wüste des Elends. Ich bin ein Sohn des Sozialwerkes von Pater Welker. Es hat mich seit meiner Kindheit geformt, und so wie mich gibt es viele andere hier. Er hat eine außergewöhnliche Arbeit geleistet mit unermüdlichem Geist, mit Menschenfreundlichkeit und mit großer Einsatzfreude. Ohne ihn wäre nichts von alledem geschehen, was wir erlebt haben.“
Kelly Rosa Sevillano Fajardo, Psychologin:
„Ich lebe im Barrio El Vergel zusammen mit meinen beiden Schwestern und unserer Mutter. Als unser Vater vor 13 Jahren getötet wurde, hatten wir das Gefühl, als würden wir mit ihm sterben. Ich war damals 15 Jahre alt und studierte am Colegio el Señor de los Milagros. Trotz vieler Probleme habe ich weiter studiert und meine Ausbildung auch abgeschlossen. Die Verleihung meines akademischen Grades war der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Urkunde überreicht bekam, nach der ich den Titel Psychologin führen darf, versammelten sich alle, die das mit ihrer Unterstützung, ihrer Begleitung und Motivation möglich gemacht haben, darunter auch meine Mutter und Padre Alfredo Welker.“
Hier können Sie mehr Informationen zu dem Projekt "Kinder von Cali" als pdf downloaden:
Projekt 72100 Kinder von Cali

Land:
Kolumbien
Partner:
P. Alfred Welker SJ
Zielgruppe:
Afrokolumbianische Familien im Slum El Retiro in Aguablanca
Kontext:
Die Stadt Cali gilt als große Drehscheibe im Drogenhandel.
Maßnahme:
Finanzieller Rückhalt auf lange Sicht: für Kindergärten, Schulspeisung und die Jugendarbeit.
Jesuitenmission
Konto 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck:
X30600 Alfred-Welker-Kinderfonds
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Jesuitenmission
Königstr. 64
90402 Nürnberg
Tel. (0911) 23 46-160
www.jesuitenmission.de












