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Casa Ricci Social Services
Sozialeinrichtung für Leprakranke in China
Lepra ist eine Infektionskrankheit, die vor allem Haut, Schleimhäute und Nerven befällt. Wenn Lepra nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kommt es zu Verstümmelungen an Gesicht, Händen, Füßen und Rücken. Der Übertragungsweg der Lepra ist bis heute nicht geklärt, aber ein gutes Immunsystem schützt vor dem Ausbruch der Erkrankung. Durch eine frühzeitige medikamentöse Behandlung kann Lepra heute vollkommen geheilt werden. Trotzdem werden immer noch viele Leprakranke isoliert und diskriminiert.
Situation in China
Die meisten Leprakranken in China leben in erbärmlichen Verhältnissen: ausgestoßen aus der Gesellschaft, verbannt in die Berge, weitab von jeder Zivilisation sich selbst überlassen. Kein Arzt sorgt für sie, niemand kümmert sich um den Schulunterricht für die Kinder. Der Großteil der Lepradörfer hat weder sauberes Trinkwasser noch Elektrizität. Chronische Unterernährung, mangelhafte Kleidung – an Medikamente ist gar nicht zu denken – und schreckliche Behausungen gehören zu ihrem Alltag.
Leprahilfe durch Casa Ricci
Gegründet wurde die Arbeit von Pater Luis Ruiz SJ, der 1941 als Missionar nach China kam. 1953 wurde er von den Kommunisten vom Festland vertrieben und arbeitete seitdem in Macao. Ursprünglich half er den Flüchtlingen vom chinesischen Festland. Als er 1986 von der total vernachlässigten Leprastation auf der Insel Da Jin in der Provinz Guangdong hörte, begann sein Engagement für die Leprakranken. In den letzten 20 Jahren hat er die Leprahilfe in China aufgebaut und die Sozialeinrichtung Casa Ricci Social Services gegründet, die heute Lepradörfer in ganz China, Vietnam und Myanmar betreut. Seit 2007 leitet der argentinische Jesuitenpater Fernando Azpiroz SJ die Sozialeinrichtung. Wichtigstes Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Leprapatienten, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, zu verbessern. Mit vielen kleinen Dingen kann geholfen werden. „Mit 5 Euro pro Person und Monat können wir die Ernährung eines Leprapatienten sicherstellen“, sagt Pater Fernando Azpiroz.
Pater Luis Ruiz SJ ist am 26. Juli 2011 im Alter von 97 Jahren gestorben - aber sein Lebenswerk geht weiter!
Das Lepradorf - ein Beispiel
Maowangdong ist ein ehemaliges Lepradorf in Südchina, das von Casa Ricci Social Services betreut wird. Heute leben dort drei Generationen, insgesamt 25 Familien. Fast alle ehemaligen Patienten sind noch am Leben und konnten von der Krankheit geheilt werden. Kaum einer der Nachkommen hat heute Lepra. Trotzdem werden die Menschen in der Gegend nach wie vor „Leprakranke“ genannt und sind sozial und geographisch vom Rest der Gesellschaft isoliert.
Das Rehabilitationszentrum
Vor drei Jahren baute Casa Ricci in Maowangdong ein Lepra-Rehabilitationszentrum. Heute ist dieses Zentrum das Zuhause von über 40 Leprakranken. Nach und nach veränderte sich das Gesicht des ganzen Dorfes: Wasser- und Stromversorgung wurden organisiert, Straßen gebaut und die Schule erneuert. Die Hälfte der 150 Dorfbewohner in Maowangdong ist unter dreißig Jahre alt. Für sie begann Casa Ricci neue Projekte:
Die Erziehung der Kinder
Die örtliche Volksschule wird unterstützt. Kinder, die gute Schulleistungen erbringen, haben die Möglichkeit, im Casa-Ricci-Schülerheim in der Stadt von Lufeng unterzukommen und so die Mittelschule zu besuchen. Außerdem hilft Casa Ricci mit Stipendien, wenn den begabten Kindern die finanziellen Mittel zur Ausbildung fehlen.
Mikro-Kredite
Casa Ricci sieht den Wunsch nach wirtschaftlicher Entwicklung des Dorfes als gute Chance, die Eigeninitiative, Selbstverantwortung und Solidarität zwischen den Menschen zu fördern. Einer der größten Träume der Dorfbewohner ist die Erneuerung der Lehmhäuser. Casa Ricci beschloss, der Gemeinschaft als Ganzes einen Kredit zu gewähren. So mussten die Dorfbewohner ein Kredit-Komitee gründen, das die Darlehen an die verschiedenen Familien verteilen sollte und dafür verantwortlich ist, dass der Kredit der Casa Ricci in fünf Jahren mit sehr niedrigen Zinsen zurückgezahlt wird. Im Januar 2008 haben die Bauarbeiten zu den neuen Häusern begonnen. Aber mehr als das! Die Dorfbewohner haben den Grundstein für ein neues Leben gelegt, in dem sie nicht mehr „Leprakranke“ sind, die Hilfe von außen brauchen, sondern Menschen voller Würde, die auch ihre eigene Zukunft in die Hand nehmen können.
Dabei können auch Sie mithelfen:
Nahrungsmittelhilfe: 5 Euro im Monat für einen Leprapatienten
Schulfinanzierung: 8 Euro im Semester für einen Schüler
Gehalt: 100 Euro im Monat für eine Schwester
Hier können Sie mehr Informationen zu dem Projekt "Casa Ricci" als pdf downloaden:
Auf der Homepage von Casa Ricci finden Sie auf Englisch vielfältige Eindrücke und Informationen: http://www.casaricci.org/en/about/index.html
Projekt 63300 Casa Ricci

Land:
China
Partner:
P. Fernando Azpiroz SJ
Zielgruppe:
Leprapatienten in China, Vietnam und Myanmar
Kontext:
Casa Ricci Social Services ist ein Dienst der Jesuiten in Ostasien.
Maßnahme:
Finanzierung der laufenden Kosten (siehe Rückseite).
Jesuitenmission
Konto 5 115 582
Liga Bank Nürnberg
BLZ 750 903 00
Verwendungszweck:
63300 Leprahilfe Casa Ricci
-> zur Online-Spende
Jesuitenmission
Königstr. 64
90402 Nürnberg
Tel. (0911) 23 46-160
www.jesuitenmission.de












