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Gandhi-Ashram-Schule
Die Geigenkinder im Himalaya
Vor rund 15 Jahren träumte einst der kanadische Jesuit Ed McGuire SJ, dass auch Kinder aus den ärmsten Familien in die Schule gehen, dreimal am Tag essen und dazu noch Geige spielen könnten. Die ersten beiden Ziele seines Traums – Schule und Essen für arme Kinder – waren einfach zu verwirklichen, aber das Geigespielen schien kaum realisierbar. Und doch existiert heute in Kalimpong eine Geigenschule. Kinder zwischen 8 und 16 Jahren spielen auf ihren Instrumenten nepalische Weisen wie auch klassische europäische Musik.
Barfüßige und hungrige Kinder
Keines der Kinder hätte jemals in die Schule gehen können. Ihre Eltern sind arme Bauern, deren Felder an den Hängen von Kalimpong nicht ausreichen, die Familie zu ernähren. Viele Eltern verdienen sich durch harte Arbeit als „Kulis“ (Lastenschlepper) einen Zusatzverdienst von einem Franken am Tag. Aber auch das genügt oft nicht. Viele Kinder wissen, wie es ist, mit leerem Magen schlafen zu gehen. Deshalb wollte Pater Ed, dass jedes Kind drei Mahlzeiten in der Gandhi-Ashram-Schule bekomme. Für ihn war es klar: nur barfüßige, arme und hungrige Kinder können in die Schule aufgenommen werden. Einige, für die ein täglicher Fußweg zu weit ist, leben im Internat.
Mit Musik im Blut
Im Alter von sechs Jahren und noch fast zu klein, um die Geige zu halten, fangen sie neben dem normalen Unterricht mit dem Geigenspielen an. Das Geigespielen sollte helfen, dass sich die Kinder gut konzentrieren können. Die Schulergebnisse der älteren Kinder beweisen dies. Die Geigenkinder sind besonders gut in Mathematik. Aber es ist mehr. Musik haben die Nepali, die Bergvölker am Himalaja, im Blut. Die Musik, das Schöne, gibt diesen barfüßigen Kindern, die sich keine Schuluniform leisten könnten, Würde, sie baut auf. Musik formt den Charakter. Die Kinder lieben Musik. Sie kommen schon vor Unterrichtsbeginn, um zu geigen, und bleiben länger da. Heute sind es 315 Schülerinnen und Schüler, die die Gandhi Ashram Schule besuchen.
Der Tod des Gründers: eine Zäsur
Für die Kinder war es wie ein Alptraum, als ihr Pater McGuire SJ im Alter von 75 Jahren durch Herzinfarkt starb. Noch wenige Tage vorher erfuhr er, dass seine beste Geigenschülerin Kushmita in das Konservatorium in München aufgenommen wurde. Sein Lebenswerk hatte einen Höhepunkt Heute liegt die Fortführung der Schule in den Händen von Pater Paul D’Souza SJ.
Zukunft in neuen Gebäuden
Ein Erdbeben im September 2011 hat die schon baufälligen Gebäude mit noch mehr Rissen versehen, auch die Böden sind von Furchen durchzogen. Die Notwendigkeit neuer Gebäude an einem sichereren Ort ist nochmals verdeutlicht. Einige Räume können nicht mehr genutzt werden. Ein Neubau ist schon länger in Planung und muss nun dringend in die Tat umgesetzt werden. In der neuen Schule wird es mehr Klassenzimmer geben, eigene Musikzimmer, eine Aula und einen kleinen Konzertsaal. Außerdem soll es mehr Internatsplätze geben, für Kinder aus armen Familien, deren Eltern zu weit weg wohnen. Die Gandhi Ashram Schule ist vielen Kindern Heimat geworden.
Ermöglichen Sie ihnen die Chance, durch Bildung später eine gute Arbeit zu erhalten und den Weg aus der Armut zu schaffen.










