jesuitenmission > weltweite klänge > Musikprojekt Indien > Kushmitas Traum
Kushmitas Traum
"Ich war 5 Jahre alt, als ich in die Gandhi-Ashram-Schule zu Pater McGuire und seinem Stab kam. Ich war sehr glücklich in dieser Schule. Denn in Kalimpong ist es schwierig, in eine Schule zu kommen. Man muss dafür viel Geld zahlen. Meine Eltern waren nur Kulis und arme Landarbeiter. Sie hatten kein eigenes Feld, sondern mussten für andere Leute arbeiten, um ihr Essen zu verdienen. So sollte ich eigentlich meinen Eltern auf den Feldern helfen, statt Geige zu spielen, Freunde zu haben und zu lernen. Ja, ich verdanke es P. McGuire, dass ich lesen, schreiben und Geige spielen kann.
Jetzt lebe ich seit fast fünf Jahren in Deutschland bei meiner Gastfamilie, lerne mehr über die Welt und die Musik. In Kalimpong habe ich Nepali- und Hindi-Melodien gespielt. Ich dachte, das war groß, und ich war stolz auf mich. Aber jetzt in Deutschland war ich nicht die einzige, die gut Geige spielen konnte. Denn meine Technik reichte nicht aus und ich hatte keine Idee von klassischer Musik. Inzwischen habe ich sie gelernt und jetzt kann ich Musik fühlen. Im Juni 2005 konnte ich die Aufnahmeprüfung als Jungstudentin im Münchner Konservatorium bestehen und seit dem Frühjahr 2006 bin ich auch Mitglied im Bayerischen Landesjugendorchester. Nach dem qualifizierten Hauptschulabschluss 2007 habe ich dieses Jahr den Realschulabschluss mit guten Noten bestanden. Auch habe ich die Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule in Nürnberg gemacht und werde ab Oktober 2008 Geige studieren.
Mein Traum war immer, in fremde Länder zu gehen und zu spielen. Dieser Traum ist nun Wirklichkeit geworden. Ich bin in einem fremden Land und spiele Musik. Ich weiß nicht, ob ich eine große Geigenspielerin werden kann. Aber ich habe mich entschlossen, meine Kenntnisse in unserem Gandhi-Ashram in Indien weiterzugeben. Ich möchte die Kinder unterrichten und ihnen zeigen, wie man gut Violine und auch westliche klassische Musik spielt. Ich weiß, dass die Kinder gern die Musik ihrer eigenen Kultur spielen. Aber P. McGuire war immer glücklich, wenn er hörte, wie wir Mozart und andere klassische Melodien spielten.
Ich bin sehr froh, dass ich hier so viel Neues lernen kann. Dafür danke ich P. McGuire, meiner Gastfamilie und der Jesuitenmission in Nürnberg."







