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Müllprojekt Cateura
Der Klang einer Violine durchbricht das Gebell streunender Hunde und den Lärm der Müllautos, die mit lautem Getöse ihre stinkende Fracht abladen.
Wir sind in Cateura, der größten Müllhalde des südamerikanischen Landes Paraguay. Rund 5000 Müllsammler leben hier mit ihren Kindern, durchsuchen den Müll nach Glas, Aluminium, Plastik und anderem Recyclingmaterial, das sich für ein wenig Geld an Schrotthändler verkaufen lässt.
Wir folgen der Musik und stoßen auf Francisco Rojas. Der 18-jährige hat eine Gruppe von Kindern um sich versammelt und unterrichtet sie im Geigenspiel. Mit vor Begeisterung glänzenden Augen entlocken sie ihren Instrumenten kratzende Melodien. „Hier zu unterrichten, macht mir unglaublich viel Spaß“, strahlt Francisco. Die Welt der Müllkinder ist ihm nicht fremd. Mit sechs Jahren ist er vor einem gewalttätigen Vater geflohen und hat sich als Straßenkind durchgeschlagen. Er kennt den Hunger, die Gewalt, die Drogen, den Kampf ums Überleben. Aus dem Straßenkind ist heute ein begabter Geigenspieler geworden. „Die Musik hat mich stark gemacht. Sie hat mir einen Traum gegeben und den Willen, ihn auch zu verwirklichen.“
Auch Francisco und seine Geigenschüler von Cateura sind Teil des Musikprojektes Sonidos de la Tierra. Musik verändert das Leben benachteiligter Kinder – auf der Straße, in armen Dörfern, in Gemeinschaften der Guaraní-Indianer, auf der Müllhalde. Dort zeigt Luis Szarán den Müllsammlern, wie sie aus altem Recyclingmaterial neue Musikinstrumente bauen. Und sie werden gebraucht. Denn mittlerweile spielen mehr als 5000 Kinder und Jugendliche über Sonidos de la Tierra ein Instrument.













